Beratung beim Hauskauf
Warum eine Prüfung vor dem Notartermin wichtig ist
Ein Kaufvertrag lässt sich nach der notariellen Beurkundung nur noch schwer rückgängig machen. Versteckte Mängel wie Feuchtigkeit im Mauerwerk oder ein verdeckter Schimmelbefall werden bei einer normalen Besichtigung häufig übersehen, weil sie sich hinter Tapeten, Möbeln oder Verkleidungen verbergen. Eine Bauzustandsberatung vor dem Notartermin schafft hier rechtzeitig Klarheit, solange noch Handlungsspielraum besteht.
Das gilt für Käufer ebenso wie für Verkäufer: Wer ein Objekt frei von versteckten Mängeln anbietet, kann das mit einer neutralen Einschätzung belegen und vermeidet spätere Auseinandersetzungen über nachträglich entdeckte Schäden. Gerade bei älteren Bestandsimmobilien im Saarland lohnt sich dieser zusätzliche Blick fast immer.
Der Keller ist dabei fast immer die erste Station. Er zeigt Feuchteprobleme früher als jeder Wohnraum, und was dort sichtbar ist, erklärt oft Auffälligkeiten in den Geschossen darüber.
Worauf bei der Besichtigung geachtet wird
Im Rahmen der Beratung werden gezielt die Stellen geprüft, an denen Feuchtigkeit und Schimmel typischerweise zuerst auftreten. Dazu gehören Kellerwände, Bodenplatte, Fensterlaibungen, der Dachstuhl und die Dacheindeckung sowie sichtbare oder messbare Anzeichen für den Echten Hausschwamm.
Keller und Bodenplatte
Der Keller zeigt Feuchteprobleme meist als Erstes, weil hier drei Wege zusammenkommen: Wasser von außen gegen die Kellerwand, aufsteigende Feuchte im Mauerwerk und Tauwasser an kalten Flächen im Sommer. Gemessen wird an Wand und Bodenplatte, nicht nur nach Augenschein.
Bausubstanz und Mauerwerk
Zustand der tragenden Teile, Risse, Putzschäden und frühere Reparaturen.
Fenster und Wärmebrücken
Laibungen, Anschlüsse und Ecken, die typischen kalten Stellen einer Wohnung.
Dachstuhl und Eindeckung
Feuchteschäden am Holz, undichte Stellen und Spuren früherer Wassereintritte.
Geruch im Raum
Muffiger Geruch ohne sichtbaren Befund ist oft der erste Hinweis auf verdeckten Schimmel.
Jeder dieser Punkte allein ist noch kein Beweis für einen Schaden, in Kombination geben sie aber wichtige Hinweise, an welcher Stelle genauer gemessen werden sollte.
Typische Warnsignale, die Laien übersehen
Frisch gestrichene Wände an einer sonst unauffälligen Stelle, ein muffiger Geruch im Keller oder leicht abblätternder Putz können auf verdeckte Feuchtigkeit hindeuten. Auch neu verlegte Bodenbeläge in älteren Kellerräumen sind ein Signal, genauer hinzuschauen, da sie mitunter frische Schäden kaschieren.
Ein Laie erkennt solche Signale selten zuverlässig, weil sie auf den ersten Blick harmlos wirken. Erst die fachliche Messung zeigt, ob dahinter tatsächlich ein Problem steckt oder es sich lediglich um eine normale Renovierung handelt.
Kosten der Bauzustandsberatung
Die mündliche Bauzustandsberatung für einen Immobilienkauf oder -verkauf kostet 249 Euro pro Termin und dauert etwa 60 Minuten. Der Preis steht fest, unabhängig von Größe und Zustand der Immobilie. Ergänzende Messungen wie eine Luftkeimprobe oder Abklatschprobe lassen sich bei konkretem Verdacht jederzeit hinzubuchen.
Alle Preise im Überblick finden Sie auf der Seite Preise und Kosten.
So läuft die Bauzustandsberatung ab
Bei einem Ortstermin von rund 60 Minuten begehen wir die Immobilie gemeinsam mit Ihnen und führen die notwendigen Messungen durch. Im Anschluss erhalten Sie eine mündliche Einschätzung zum Gesamtzustand, auf deren Grundlage Sie in Ruhe entscheiden können, ob und mit welchen Auflagen der Kauf oder Verkauf sinnvoll ist. Auf Wunsch beziehen wir auch mit ein, welche Kosten für eine mögliche Sanierung realistisch zu erwarten sind.
Besteht konkreter Verdacht auf Schimmel oder Feuchtigkeit, lässt sich die Beratung um eine Luftkeimprobe oder Abklatschprobe ergänzen. Alle Möglichkeiten finden Sie unter Leistungspakete.
Für Käufer und Verkäufer gleichermaßen wichtig
Beide Seiten haben denselben Wunsch, nur aus unterschiedlicher Richtung: Klarheit über den tatsächlichen Zustand, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist. Eine neutrale Einschätzung nützt deshalb beiden.
Als Käufer
- Sicherheit, keine teure Altlast zu übernehmen
- Belastbare Grundlage für die Preisverhandlung
- Einschätzung, welche Sanierungskosten realistisch anstehen
- Entscheidung in Ruhe, statt unter Zeitdruck beim Notar
Als Verkäufer
- Nachweis, dass das Objekt frei von versteckten Mängeln ist
- Weniger Anlass für Nachverhandlungen von Interessenten
- Schnellerer Verkaufsprozess durch belegte Angaben
- Schutz vor späteren Auseinandersetzungen über entdeckte Schäden
In beiden Fällen zahlt sich die Investition vor dem Notartermin meist mehrfach aus, verglichen mit den Kosten einer nachträglichen Sanierung.
Auch bei einer Erbschaft oder Schenkung einer Immobilie schafft eine unabhängige Einschätzung Klarheit über den tatsächlichen Zustand, bevor weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
Wertgutachten als sinnvolle Ergänzung
Neben der Bauzustandsberatung bieten wir auch ein vollständiges Wertgutachten für Immobilien an, das den Verkehrswert nach anerkannten Verfahren ermittelt. Das lohnt sich besonders, wenn eine objektive Wertermittlung für die Finanzierung, eine Erbauseinandersetzung oder die Preisverhandlung benötigt wird.
Beide Leistungen lassen sich bei einem gemeinsamen Termin sinnvoll kombinieren und sparen dadurch Zeit. Mehr dazu finden Sie unter Wertgutachten Immobilien. Wenn es Ihnen vor allem um den Preis geht, den Sie zahlen sollen, steht das Vorgehen ausführlich auf unserer Website für Immobilienbewertung: Bewertung vor dem Immobilienkauf.
Termin vor dem Notartermin sichern
Planen Sie die Beratung frühzeitig ein, damit genug Zeit für eine fundierte Entscheidung bleibt, bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird. Wir richten uns dabei nach Ihrem Zeitplan bis zum Notartermin.